Anatomie der unteren Harnwege und GAG

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Die Blasenwand und GAGs (Glykosaminoglykane)

Die Blasenwand besteht aus 3 Schichten unterschiedlicher Gewebe, die vom Lumen (hohle Innenseite des Organs) nach außen gehen:

– eine Schleimhaut, bestehend aus einem Epithel, das auf dem Chorion ruht

– ein dickes Muskelschicht (korbgeflechtartig) auch Detrusormuskel genannt

– die Adventitia bedeckt mit einer Serosa am oberen Teil der Blase

Die Blasenschleimhaut

Es umfasst das Urothel und das Chorion.

Das Urothel besteht aus mehreren Zellschichten (genannt Deckgewebe), deren Anzahl je nach Füllungsgrad der Blase variiert: 7 Schichten, wenn die Blase leer ist; nur 3, wenn sie voll ist.

Insbesondere die obere Zellschicht, die in direktem Kontakt mit dem Blasenlumen steht, ist vollständig mit GAGs bedeckt, die eine grundlegende Schutzfunktion haben. In der Tat könnte man meinen, dass der obere Teil des Urothels in direktem Kontakt mit dem in der Blase enthaltenen Urin steht, aber das ist nicht der Fall! Es sind die GAGs, die ein undurchlässige Plasmamembran bilden und sich zwischen den Urin und das Urothel schieben.

GAGS

GAGs (GlycosAminoGlycans), auch bekannt als Mucopolysaccharide, sind linear aus sich wiederholenden Disacchariden aufgebaute, saure Polysaccharide.

Sie sind sowohl in freier Form im Urin als auch als höhere Bestandteile des Urothels vorhanden.

Die GAGs, die auf der äußersten Schicht des Blasen-Urothels vorhanden sind, stehen in direktem Kontakt mit dem Urin und machen das Urothel undurchlässig und stellen somit ein physiologisches „Schutzschild“ für die Blase dar.

Das Vorhandensein von GAGs auf dem Urothel hat mehrere Funktionen:

-> Verhindert, dass der Urin von den Blutgefäßen der Blase wieder aufgenommen und in den Blutkreislauf zurückgeführt wird

-> Zum Schutz der darunter liegenden (zerbrechlicheren und empfindlichen) Zellschichten vor den Aggressionen der Harnsäure, der Bakterien und der in der Harnflüssigkeit enthaltenen Reizstoffe.

Die freien GAGs im Urin haben eher eine antibakterielle Funktion, da sie genau wie D-Mannose gegen uropathogene Keime wirken: Sie binden sich an die Adhäsine der Bakterien, so dass diese nicht an der Blasenwand anhaften können und auf natürliche Weise mit der Harnflüssigheit ausgeschieden werden.

Das Fehlen oder die Veränderung der GAG-Schicht (typisch bei IC: Painful Bladder Syndrome) führt zu einer „Freilegung“ des Urothels und die dadurch entstehenden Beschwerden:

-> Leicht reizbar

-> Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber äußere Reize: Reibung, Säuregehalt des Urins, Temperaturschwankungen, erhöhter intravesikaler Druck (bei Füllung), Vorhandensein von Bakterien usw.

Diese Situation führt zu Problemen, die früher als „überaktive Blase“, „interstitielle Zystitis“ oder „Blasenüberempfindlichkeit“ bezeichnet wurden und heute eher als abakterielle Zystitis oder Verlust der Blasenschleimhaut bezeichnet werden.

Wie baut man die GAG-Schicht wieder auf und bekämpft die Urothelentzündung?

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