Endometriose und Ernährung

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Die Ernährung ist eine der Säulen für ein ganzheitliches Management, das Therapien und einen natürlichen Ansatz bei Endometriose kombiniert.

In der Tat kann eine angepasste Ernährung einige der Symptome, die direkt oder indirekt mit der Endometriose, ihrer Behandlung (insbesondere der Operation) und ihren Folgen für alle Beckenbodenorgane zusammenhängen, kontrollieren und/oder deutlich reduzieren.

Endometriose-Patientinnen preisen oft die Vorteile einer „entzündungshemmenden“ Ernährung an; ein Adjektiv, das in den letzten Jahren verwendet und missbraucht wurde und letztlich seine Bedeutung verloren hat, oder besser gesagt, so viele Bedeutungen hat, dass man es in Frage stellt.

Um eine solche Ernährung zu verstehen und zu beherrschen und sie dann an die jeweilige Situation anzupassen, muss man ihren Ursprung kennen. Dies ist wichtig, um die sukzessiven „Filter“-Mechanismen („Auswahl“) zu verstehen, die zur Aufnahme oder Einschränkung bestimmter Lebensmittel führen.

Die Logik lautet daher wie folgt:

  1. Endometriose und die Entwicklung von endometriotischem Gewebe werden durch Hormone, vor allem Östrogen, gefördert.

Daher werden wir uns bemühen, Lebensmittel/Ergänzungen zu vermeiden, die reich an Phytoöstrogenen sind: Soja, Hafer, Salbei, Aloe vera.

2. Endometriose führt häufig zu einer chronischen Entzündung des Beckens.

Wir werden daher die wichtigsten entzündungsfördernden Stoffe, d. h. Produkte, die dem Körper eine große Menge an Oxidantien zuführen, drastisch ausklammern: Tabak, Alkohol aller Art, Drogen (medizinisches Cannabis wird gesondert behandelt und verdient einen eigenen Artikel), Kaffee, Tee, Schokolade und alle stark industrialisierten Produkte, die Zusatzstoffe (Farbstoffe, Konservierungsmittel, Emulgatoren usw.) enthalten. In diesem Fall ist eine „Slow-Food“-Diät eine gute Idee.

Hüten Sie sich vor den Mythen und Vorstellungen, die häufig von einigen Angehörigen der Gesundheitsberufe und Pseudotherapeuten verbreitet werden (in erster Linie von Heilpraktikern, die keine Diät verschreiben dürfen, wenn sie nicht dazu befugt sind):

Gluten und Laktose sind nicht entzündungsfördernd! Wie wir noch sehen werden, sollten gluten- und laktosehaltige Lebensmittel quantitativ reduziert werden, allerdings aus anderen Gründen.

Entzündungen (die ein oxidativer Prozess sind) können auch durch eine erhöhte Aufnahme von natürlichen Antioxidantien wie Petersilie, Ingwer, Kurkuma, frischem Obst und Gemüse der Saison, roh oder gedünstet (um die antioxidativen Bestandteile zu erhalten), bekämpft werden.

3) Die chronische Beckenentzündung ist ein chemischer Prozess, bei dem Entzündungsmediatoren freigesetzt werden, die zu einem erhöhten Histaminspiegel führen, der wiederum eine Immunreaktion auslöst, die die Entzündung verschlimmert (Teufelskreis).

Daher sollten Lebensmittel, die reich an Histaminen sind oder die nach dem Verzehr eine starke Histaminfreisetzung auslösen, reduziert oder vermieden werden: Erdbeeren, Auberginen, Kiwi.

Parallel dazu sollten wir Quercetin (ein natürliches Antihistaminikum und Entzündungshemmer) einnehmen.

4) Endometriose und die damit verbundene Entzündung führen zu einer erheblichen Beckenkontraktur, die bei unzureichender Behandlung zu neuropathischen Störungen führen kann.

Daher sollte besonders auf die Menge an Magnesium (natürliches Muskelrelaxans) in der Ernährung geachtet werden, auch wenn das bedeutet, dass dieser Nährstoff ergänzt werden muss.

Wir werden auch darauf achten, die Aufnahme von „erregenden“ Stoffen (die sich auf die Muskelerregung auswirken) wie Gewürzen zu begrenzen.

5. Endometriose fördert das Auftreten von Harnwegsinfektionen und abakterieller Blasenentzündung.

Die Ernährung sollte daher auf eine basische Ernährung ausgerichtet sein, bei der tierische Eiweißquellen wie Fleisch aller Art, Wurstwaren, Fisch aller Art, Eier, Käse und Milchprodukte (mit und ohne Laktose) in Maßen verzehrt werden, um die Produktion von Stoffwechselprodukten zu verringern, die bei der Ausscheidung über den Urin die Aggressivität der Urothelien erhöhen könnten (Übersäuerung des Urins). Die Umstellung auf eine halbvegetarische Ernährung ist in diesem Fall eine gute Option.

Die wichtigsten Säuerungsmittel in Lebensmitteln sollten ebenfalls reduziert werden: rote Früchte in allen Formen (Beeren, Heidelbeeren usw.), Tomaten, Zitrusfrüchte.

Darüber hinaus ist die tägliche Einnahme von D-Mannose und eines Alkalisierungsmittels für den Urin (Ausilium) eine ideale Präventionsmaßnahme.

6) Endometriose begünstigt die Entwicklung von Vaginalinfektionen (sowohl bakteriell als auch durch Pilze) und Vaginitis (bakteriell).

Auch hier ist es ratsam, sich vor Missverständnissen zu hüten. Der Zuckerkonsum ist unter 3 Bedingungen nicht schuld:

-muss angemessen sein (50 g reiner Zucker oder gleichwertiger Zucker pro Tag)

-richtig über den Tag verteilt

-Verwendung von unverarbeiteten/industriell hergestellten Süßwaren (siehe Punkt 2)

Die beste Vorbeugung gegen vulvovaginale Infektionen und Erkrankungen ist immer noch die beste aller Maßnahmen zur Erhaltung des vaginalen Ökosystems.

7. Endometriose fördert eine verlangsamte Darmpassage, eine Störung der Mikrobiota, Verstopfung und eine daraus resultierende Porosität des Darms.

Die Zufuhr von Ballaststoffen, sowohl aus frischem Obst und Gemüse als auch aus Hülsenfrüchten, ist daher ein zentraler Punkt in der Ernährung (dieser Punkt ist auch eine logische Konsequenz aus allen oben genannten Kriterien).

Je nach Situation können wir auch die Relevanz einer probiotischen Ergänzung zur Wiederherstellung des Gleichgewichts der Darmflora und zur Bekämpfung der Wanddurchlässigkeit beurteilen.

Dagegen sind volkstümliche „Heilmittel“ gegen Darmdurchlässigkeit (Tonerde, Glutamin, usw.) nicht zu empfehlen.

Was ist mit Fetten in dieser Diät?

Die oben genannten Vorschläge entsprechen eher einem ausgewogenen Lebensstil als einer einzuhaltenden „Diät“. Es ist daher wichtig zu betonen, dass Mäßigung das Schlüsselwort für eine angepasste Ernährung bei Endometriose ist und dass der totale und drastische Ausschluss eines oder mehrerer Lebensmittel nicht notwendig ist (außer in besonderen Fällen persönlicher Abneigung oder sehr geringer Toleranz).

In der Tat führen zu strenge Verbote und Einschränkungen häufig zu Mangelerscheinungen, die den Fettstoffwechsel verändern, „oxidativen Stress“ verursachen und damit die Endometriose verschlimmern.

Aus denselben Gründen sollte der Verzehr von „guten Fetten“ beibehalten werden: pflanzliche Öle und tierische Fette in vernünftigen Mengen sind daher perfekt in die Endometriose-Diät integriert.

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